Bellevue und Rämistrasse 1894

Bellevue und Rämistrasse 1894

1894 bestaunte man am Bellevue die neue elektrische Strassenbahn, welche soeben in Betrieb genommen wurde. Diese löste das mit Pferden betriebene Rösslitram ab, welches seit dem Jahr 1882 in Zürich verkehrte.

Quelle Foto 1894: Baugeschichtliches Archiv Zürich

 

Cinébref Beatengasse 1989

Das Cinébref wurde 1937 als Aktualitätenkino eröffnet. Da man damals noch kein Fernseher im eigenen Zuhause hatte, ging man in diese Spielhäuser um die aktuelle Wochenschau mit Neuigkeiten aus aller Welt zu schauen. Ende der 80er hat das Kino an der Beatengasse schon mehrere Wandel durchlebt und endete als Nonstop Sexkino. Im Sommer 1993 wurde das Kino sowie auch das Gebäude am rechten Bildrand abgerissen.
Heute gibt es am selben Ort eine PKZ-Women Filiale und die Hiltl Dachterasse.

Quelle 1989: unbekannt

Wollenhof und Rudolf-Brun-Brücke/Mühlesteg 1912

In den letzten 100 Jahren sind nicht nur ein Teil des Wollenhofs (wo heute das Heimatwerk zuhause ist), der obere Mühlesteg (heute verbindet die Rudolf-Brun-Brücke die beiden Ufer) und die Häuser auf der Limmat verschwunden. Auch diverse Firmen, welche hier ansässig waren, mussten den Bauprojekten weichen. Hier eine Auflistung von Gebäudebeschriftungen, welche auf diesem Bild zu erkennen sind. (v.l.n.r.):
Koffer Taschenfabrikation Louis Woelfe
Städtisches Laboratorium
Pestalozzianum
Automobil-Garage, Garage-Reparaturen-Miete
Buchdruckerei J.Leemann
Aussteuer-Geschäft von W. Kolla

Quelle 1912: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Gedecktes Holzbrüggli / Bahnhofquai 1948

Anhand von diesem Vergleich kann man sich gut vorstellen, an welcher Stelle die alte Brücke (Baujahr 1689) früher das Bahnhofquai und die Papierwerd miteinander verbunden hatte. Ob der Kunstmaler auf Grund der Bekanngabe, dass die Brücke 1950 abgerissen wird, diese nochmals portraitierte, ist leider nicht bekannt.
Das Globusprovisorium, in dem heute die Coop Filiale eingemietet ist (links im Bild), wird voraussichtlich 2020 abgerissen.

Quelle 1948: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Kornhaus / Kaufhaus 1893

Das Kornhaus hatte grosse Bedeutung für die städtischen Behörden, da alles in die Stadt eingeführte Getreide nur dort weiterverkauft werden durfte und an Steuern gebunden war. Als die Grösse des ursprünglichen Kornhauses am Weinplatz nicht mehr ausreichte, wurde beschlossen weiter Flussaufwärts ein neues, grösseres zu errichten. 1620 waren die Bauarbeiten für das neue, dreistöckige Gebäude im Renaissancestil abgeschlossen, welches auf diesem Bild zu sehen ist. In den 1830er Jahren wurde dann das Zürcher Kaufhaus im Kornhaus untergebracht, und auf dem heutigen Sechseläutenplatz ein neues Kornhaus erstellt, welches 1867 zur Tonhalle umfunktioniert wurde und 1896 wieder abgerissen wurde. Den Abbruch des fast 280 Jahre alten Kornhauses vor dem Fraumünster versuchte man zu verhindern, da es viele als Gegenstück zum Rathaus auf der anderen Flussseite sahen. 1897 wurde das Gebäude aber trotzdem entfernt, da man einen direkten Blick auf die neu errichtete Fraumünsterpost schaffen wollte. Übrig geblieben sind nur noch zwei Bögen, über welche Boote das Gebäude befahren konnten. Zu beachten: das Rösslitram in der Bildmitte.

Quelle 1893: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Werdmühleplatz und Amtshaus IV 1915

Heute vor genau 30 Jahren, am 16. April 1986, stand Zürich unter Schock. Der damalige Chef der Zürcher Baupolizei Günther Tschanun (Jahrgang 1941) erschiesst an seinem Arbeitsort im Amthaus IV (in der Bildmitte) am frühen Morgen vier seiner Angestellten und verletzt einen Fünften schwer. Der bis heute schlimmste Amoklauf der Stadtgeschichte. Drei Wochen später wurde er im Burgund gefasst und später zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt (aber im Jahr 2000 vorzeitig entlassen). Das Motiv für die Tat war Mobbing (dieses Wort war damals allerdings noch nicht im Sprachgebrauch). Von vielen Leuten in der Bevölkerung wurde Tschanuns kaltblütige Tat gutgeheissen. Man spach davon, dass endlich jemand den Mut fasste, sich gegen diese täglichen Quälereien zu wehren. An einer Mauer in Zürich stand geschrieben: Tschanun hatte recht! Sogar Liebesbriefe mit Heiratsanträgen erreichten Ihn im Gefängnis. Heute lebt er mit geändertem Namen an einem unbekannten Ort.

Dokumentation zum Fall Tschanun:

=> Einzelbild ca. 1915
=> Einzelbild 2016

Quelle 1915: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Rudolf-Brun-Brücke 1971

Die Verkehrsführung der Rudolf-Brun-Brücke vor 45 Jahren. Damals war das Limmatquai für Autos noch befahrbar und man konnte, von der Uraniastrasse her kommend, nach links und rechts abbiegen. Seit 2006 ist das Limmatquai eine „Flaniermeile“ und es gilt ein Fahrverbot. Der Verkehr auf der Brücke wird heute von einer Ampel geregelt und ersetzt den Verkehrsposten, der auf der linken Bildseite platziert war. Des weiteren fällt auf, dass heute viel mehr auf Velofahrer geachtet wird. Im 1971 noch gar kein eigener Fahrbereich , befinden sich heute sogar drei Velospuren auf der Brücke. Im Gebäude an der Mühlegasse 5 (im Jahr 1576 erbaut) war das Kino Radium noch in Betrieb. Das Kino wurde 1907 als eines der ersten eröffnet und wurde nach 100 Jahren im 2008 geschlossen. Der Schriftzug blieb aber erhalten.

=> Einzelbild 1971
=> Einzelbild 2016

Quelle 1971: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Blick vom Lindenhof in Richtung Central 1910

Beim Blick vom Lindenhof scheint es, als ob man ausschliesslich 100 Jahre alte Gebäude betrachten würde. Das dem nicht so ist, sieht man hier auf diesem Vergleich. In den letzten 106 Jahren mussten doch ein paar Gebäude neueren Bauten weichen. Wer findet sie?

=> Einzelbild 1910
=> Einzelbild 2016

Quelle 1910: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv