Werdmühleplatz und Amtshaus IV 1915

Heute vor genau 30 Jahren, am 16. April 1986, stand Zürich unter Schock. Der damalige Chef der Zürcher Baupolizei Günther Tschanun (Jahrgang 1941) erschiesst an seinem Arbeitsort im Amthaus IV (in der Bildmitte) am frühen Morgen vier seiner Angestellten und verletzt einen Fünften schwer. Der bis heute schlimmste Amoklauf der Stadtgeschichte. Drei Wochen später wurde er im Burgund gefasst und später zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt (aber im Jahr 2000 vorzeitig entlassen). Das Motiv für die Tat war Mobbing (dieses Wort war damals allerdings noch nicht im Sprachgebrauch). Von vielen Leuten in der Bevölkerung wurde Tschanuns kaltblütige Tat gutgeheissen. Man spach davon, dass endlich jemand den Mut fasste, sich gegen diese täglichen Quälereien zu wehren. An einer Mauer in Zürich stand geschrieben: Tschanun hatte recht! Sogar Liebesbriefe mit Heiratsanträgen erreichten Ihn im Gefängnis. Heute lebt er mit geändertem Namen an einem unbekannten Ort.

Dokumentation zum Fall Tschanun:

=> Einzelbild ca. 1915
=> Einzelbild 2016

Quelle 1915: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Urania und Universität 1915

Die Uraniastrasse damals noch mit Tramschienen. Im Vordergrund die im Korbbogen-Stil gebaute Brücke, über welche die Lindenhofstrasse führt. Im Hintergrund das Hauptgebäude der Universität an der Rämistrasse, welches nach einem Neubau im Jahr 1914 bezogen wurde.

urania1915
urania2016(Foto vom 03.Jan.2016)